21 December 2011

Es ist vollbracht

In mir zieht ein Siegeszug vorbei. Die Kraft deines Sieges entfacht ein Feuer in mir! Ich tanze in der Menge. Hosianna in der Höhe.

Menschensohn, mein Überwinder! Dem Teufel hast du geboten. Niedergestreckt liegt er unter deinen Füssen.

Wort des Lebens, deine Wahrheit hat den Tod besiegt.

Gottessohn, mein Diener! Dem Stolz hast du die Stirn geboten. Deine Demut überstrahlt prunkvoll alles Streben.

König der Könige, deine Wahrheit bringt uns Würde.

Bruder, mein Heiland! Die Kluft der Trennung hast du überwunden. Du hast dich zerbrechen lassen um mich in dir aufzunehmen.

Göttliche Liebe, ich kapituliere.

Es ist Vollbracht! Deine Herrschaft kommt mit Macht die Tote lebend und Blinde sehend macht.

Es ist vollbracht! Es ist Vollbracht!

11 September 2011

Freiheit

Was ist wahre Freiheit?

Ich habe die Freiheit zu essen. Aber habe ich auch die Freiheit es zu lassen?

Ich habe die Freiheit zu leiten. Aber habe ich auch die Freiheit es zu lassen?

Ich habe die Freiheit zu reden. Aber habe ich auch die Freiheit zu schweigen?

Ich habe die Freiheit mich zu versichern. Aber habe ich auch die Freiheit zu vertrauen?

Ich habe die Freiheit zu verurteilen. Aber habe ich die Freiheit trotz allem zu lieben?


Habe ich die Freiheit keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen? Oder nicht zu trinken, Drogen zu nehmen, homosexuellen Neigungen nachzugehen, an meiner Karriere zu arbeiten.

Alles ist mir erlaubt. Das ist Freiheit. Aber habe ich die Freiheit mich selbst zu begrenzen?

Und wenn nicht, bin ich dann nicht gefangen in meiner Freiheit?

Ich habe die Freiheit, diese Fragen zu stellen. Hast du die Freiheit, sie zu beantworten?


Galater 5,1 Christus hat uns befreit, damit wir als Befreite leben. Bleibt also standhaft und lasst euch nicht wieder in ein Sklavenjoch spannen!

29 June 2011

Oh Schöpfergott

Was hast du uns da gegeben? Eine Macht die Dinge schafft. Dieses Privileg hat kein anderes Wesen. Werden lassen, was noch nie dagewesen. Wunderbar, denn damit werden Träume wahr. Unsichtbares wird offenbar.

Doch was machen wir daraus?

Aus einer Beziehung zu Gott schaffen wir die Religion, die Macht missbraucht und rackert für Erlösungslohn. Über die wir zu unserem eigenen Vergnügen, wie das Opium fürs Volk verfügen.

Aus unserer Beziehung zueinander schaffen wir Gesellschaftsschicht, in die wir ordnen, drängen, filtern, ganz nach Norm und Sicht.

Aus unserer Beziehung zum Verstand schaffen wir einen Intelligenzquotienten, den wir messen um den Wert des Menschen herauszufinden.

Aus unserer Beziehung zu der Welt schaffen wir den größten Nutzen, für uns selbst, angeblich für die Welt und um unser Image herauszuputzen.

Aus der Beziehung zu unserem Körper schaffen wir einen Schöhnheitswahn. Potent, Gesund und Schön brechen wir einem wechselbaren „Perfekt“ die Bahn.

All das Wissen um das was ist, drücken wir in die Formen über das was muss und was noch möglich ist. Ein perverses Streben in dem Erhalt und Bewunderung, Genuss und Dankbarkeit nicht nötig ist, weil immer noch was geht.

Ist es möglich in den Wissenschaften einfach nur spielen zu gehen? Anstatt den Profit darin zu sehen? Zu bewundern, zu bestaunen, was wir haben, nicht mehr jagen…?

Bei all den Gedanken um Perfektion für die Zukunft, stell ich eine Frage an die Vernunft: Was kommt danach? Und wenn es ewig ist…was geben wir dieser Zukunft für ein Gewicht? Sollten wir nicht für das ewige Leben, unser Bestes geben?

Aber leider ist unser Ego durch so etwas nicht aufwertbar, weil diese Welt danach für niemanden sichtbar, erahnbar, klar….

26 June 2011

Gedanken der Versuchung

Sieh nicht hin, denn er ist nicht ernst. Die Lüge will ihn werden lassen. Dabei würde er ungeachtet mit der Zeit verblassen. Die bloße Existenz eines Gedankens ist nicht der Rede wert. Erst wenn der Gedanke zu einem Universum gärt. Die Welle gewinnt nur dann an Kraft, wenn Gegenstand den Wiederstand entfacht. Du kannst durch die Analyse zum Ursprung nicht ändern dass er springt. Denn der Ursprung ist auch nur ein Symptom und die Analyse mutiert ihn zum Syndrom. Es macht es chronisch und später praktisch.

Bring es ans Licht, dann verliert es sein Gewicht. Dreh dich nicht drum, sonst dreht es dich herum. Immer schneller dreht der Strudel dich in dich. Bis du deinen Stand verlierst und fällst, und dafür die Geburt deines Gedanken erhältst. Damit die Lüge triumphiert und sich selbst mit „Recht gehabt“ applaudiert. Stell den Gedanken dem Vertrauen vor und lass ihn dort. Lass dich nicht vom Gedanken bestimmen, denn solche Rechnungen würden jeden in die Bredouille bringen. Und es wäre zu kurz gedacht, es hätte dich zu einem Monster gemacht. Denn unsere Gedanken sind monströs. Die Kasteiung darüber nur religiös.

Tue Gutes und sieh, dass andere sehen, dass du Gut bist. Füll dich neu mit Sinnvollem, und entfliehe deinen dunklen Schuldrollen. Durchkreuze das Bild der Versuchung, wende dich ab und erhalte Vergebung. Mach dich frei von Schuld, übe dich in Geduld und lebe! Versuchung ist keine Sünde, also tauche nicht in deine Abgründe. Denn jeder hat sie.

Wer sagt, ich hätte es mir leicht gemacht, hat sich das Leben schwer gemacht. Mit Schuldgefühlen auf den eignen Nabel starrend, Stillstand und in der Entwicklung verharrend. Verharmlosen oder ignorieren sind auch belastende Möglichkeiten sich ins Unglück zu katapultieren. Kapituliere vor deiner Erlösungsbedürtigkeit. Sei bereit dazu und lebe befreit. Lass los deine aufgemalte Schuldlosigkeit, deine Selbstrettermentalität, den Kampf es los zu werden. Empfange Wahrhaftigkeit. Du bist kaputt, das ist normal und ganz bist du erst ein anderes Mal. Ich darf werden was ich nicht bin, anstatt zu bedauern nicht zu sein und dafür teuer zu bezahlen.

Lass los, lass einfach los. Und kommt er wieder, dann lass wieder los, und wieder und wieder. Übe dich nicht in Gedankenlosigkeit, sondern in Geduld. Bis er nicht mehr wiederkommt, dann bist du ihn wirklich los.

02 February 2011

Eine Sache die ich lernen will

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint- Exupery

25 November 2010

Bühne frei mein Gott

Herr der Herrlichkeit, ich lasse dir den Vortritt. Ich justiere meinen Blick und sehe durch dich. Alles was ist, betrachtet in zwei Dimensionen. Das was vor Augen ist, und so wie du es bewertest. Wie anders die Dinge dann werden ist bezaubernd, erschreckend, verändernd, sinnbringend frei von Zufall oder Willkür.

Wie glücklich kann ich mich schätzen zu sehen, was nicht vor Augen ist! Wie schön ist es ein warmes Bad im Vertrauen auf dich zu nehmen. Das was du geschaffen hast, in einer unendlichen Fülle, Kreativität, Intelligenz und Schönheit, wird von dir mit Allwissenheit, mit Allmacht und Liebe begleitet, in demütiger Zurückhaltung, darauf wartend, dass du erkannt, als Herr benannt und beansprucht wirst. Und ich darf sagen: „ Bühne frei mein Gott! Zeig was du kannst in meinem Leben.“

Wenn ich sehe, was bei dir möglich ist, dann sehne ich mich mehr und mehr danach. Du kannst das Meer teilen, in Wolken und Feuersäulen erscheinen, Manna und Wasser zur Versorgung geben, der Sonne befehlen stehen zu bleiben, Menschen zu unglaublichen Taten befähigen, Feuer vom Himmel fallen lassen oder Löwen das Maul verschließen. Aber das haben andere erlebt, das ist lange her. Das hast du getan um ihnen zu zeigen, wer du bist. Es ist Gnade, dass ich dich als Matrix erkennen darf, hinter allem stehend, als Alpha und Omega, unberechenbar, unendlich. Aber wenn ich deine Bildfläche bin, dann wünsche ich mir solche Abenteuergeschichten wie du sie zu biblischer Zeit aufgeführt hast. Ich vermute wir Menschen brauchen erschreckende Momente in denen wir erkennen, wie klein wir sind. Wie wenig wir Herr über unser Leben sind, und wie sehr wir mit Blindheit geschlagen sind. Ich sag es noch einmal: „ Bühne frei mein Gott! Zeig was du kannst in meinem Leben!“

Danke für diesen Tag der erleuchteten Augen, die mir zeigen, wozu du mich berufen hast. Ich bin seit Ewigkeiten dazu bestimmt mit dir in Gemeinschaft, in Frieden und Versöhnung zu leben, im Licht der Wahrhaftigkeit, damit ich heil werde von den Wunden die die Selbstverherrlichung schlägt. In Freiheit durch die Kraft der Demut die so viel gesünder ist, als die Grenzenlosigkeit, um mich einzugliedern in deinen Dienst, der mich von mir weg bringt hin zu dem Ausdruck deiner Liebe. Hin zu denen, die noch nicht sehen, was sie suchen. Mit einzigartigem Werkzeug ausgerüstet, gewinne ich mit meiner Begabung an Bedeutung und Sinn in deinem Reich, mit deiner unendlichen Kraft und deinem Beistand.

All das kommt von dir, ist wegen dir und für dich. Bühne frei mein Gott! Denn du bist es, der sich verherrlicht. Ich lasse dir den Vortritt!

11 November 2010

Fotos

http://picasaweb.google.com/melli030/20101004Brazil?authkey=Gv1sRgCKrTir-W0Nm62AE#

09 October 2010

Gruß an meine Gemeinde

http://www.youtube.com/watch?v=Apvo67ki-Jk

30 September 2010

Alles ein bisschen anders…

Es gibt viel Wald, aber kaum Waldwege. Fast jeder hat ein Haus, aber keinen Komfort. Viele haben viele Religionen, aber wenig Freude. Die Meisten haben wenig Geld, aber viele geben es für Alkohol aus. Die Kinder haben schöne Haar, aber oft Läuse. Es gibt viele Hunde und weniger Herrchen. Es gibt warmes Wasser, aber nicht aus der Leitung. Es gibt grade viel Regen, aber keiner mag ihn.
Wenn man durch den Ort Reboucas geht, muss man immer aufpassen, wo man so hintritt. Die Bürgersteige sind entweder kaputt, oder sehr uneben. Die Straßen auch nicht besser und auch nur in der Innenstadt geteert. Die ab gelegeneren Straßen, sind „gepflastert“, eine Stufe weiter definieren auch noch Steine den Weg, diese sind aber nicht von gleicher Gestalt, noch in einer Ordnung verlegt, sondern scheinen hochkant, flach, quer und krumm dort hingeschüttet und festgefahren zu sein. Schlaglöcher bekommen hier eine andere Dimension. Wieder eine Stufe weiter, sind die Wege nicht mehr befestigt. Nur wahlweise braune oder rote Erde, die bei Regen zu einem lehmigen Matsch werden, der sich unter die Schuhe klebt, und einem die Standfestigkeit raubt.
Geschäfte gibt es in der Stadt auch. Auch außerhalb der Stadt, erkennt man bei genauem Hinsehen einen Supermercado, die aber am Stadtrand teure Tante Emmaläden sind. Hier gibt es Bäcker, eine Fahrschule, Klamottenläden, Werkzeugläden, Frisöre, eine Bank, Schmuck usw. Wenn man Lebensmittel einkauft, möchte man sich immer danach die Hände waschen. Alle Verpackungen sind Staubig, oder seltsam klebrig, oft sehr groß und einfach verarbeitet. Fleisch hängt in ganzen Teilen herum. Huhn mit Knochen ist sehr günstig. Der Service ist wunderbar. Alles wird an der Kasse in zahllose Tüten verpackt, die man später als Müllbeutel nehmen kann. Man kann sich die Einkäufe liefern lassen, und sich den Einkauf anschreiben lassen. So macht das Spass, ohne Geld und ohne schleppen, den Wagen voll zu packen
Die Leute sind freundlich und offen. Jeder im Ort weiß wer wir sind, wo wir wohnen, dass wir aus Deutschland kommen, und nix verstehen. Allerdings sind sie nicht ganz ehrlich. Sie sagen manchmal Dinge, die sie nicht so meinen. Wenn man z.B. zu Besuch ist, und aufbrechen will, sagen sie, dass es noch sehr früh sei zum Gehen. Aber sie meinen das anders…
Hier ist viel Leben auf den Straßen. Die Kinder die hier unerschrocken auf der Fahrbahn spielen. Aus vielen Häusern ertönt Partymusik, Leute sitzen auf der Veranda und diskutieren mit den Nachbarn, überall Hunde, plötzlich reiten ein paar Kinder an einem vorbei, laute kaputte Autos, die fürchterlich stinken, alles grüßt sich, und geht seiner Wege. Bei Regen stecken die Brasilianer keine Nasenspitze aus der Türe, überall hängt Wäsche im Vorgarten, alle Haustüren stehen offen, oder sind nicht vorhanden. Die Häuser sind bunt, meist freistehend, einfach und klein. Türen und Fenster erfüllen keine einzige Sicherheitsstandart. Aber in der Innenstadt, da gibt es richtige Villen. Sie sind hoch eingezäunt und haben aalglatte Vorgärten, meist ohne Blumen, aber Rasen und Betonplatten als Auffahrt.

Was mich an diesem Land herausfordert ist die Freundlichkeit. Als Deutschnormal ist man heute introvertiert in der Öffentlichkeit unterwegs. In Bus und Bahn befindet man sich schon beim Eintreten in das Fortbewegungsmittel in seinem eigenen MP3 Universum und unterstreicht diese Haltung noch mit einem Buch vor der Nase. Einziger Aufschluss auf die Sozialkompatiblität gibt das darauf folgende Telefonat, bei dem alle aus dem Bus Zeuge sein dürfen/müssen. In den Dörfern Brasiliens ist das anders.... Da wird man ständig förmlich mit "Alemao" (Deutscher) begrüßt. Und die Einwohner an sich lassen sich gerne mal auf ein Schwätzchen am Gartenzaun ein. Oder an der Kasse im Supermarkt. Und das auch, wenn hinter den Informationshungrigen noch eine lange Schlange steht. Ich weiß gar nicht ob Brasilianer warten. Sie sind einfach und machen den Anschein von völliger Ungerührtheit wenn vor ihnen 50 Leute stehen. Was regelmäßig passiert, wenn sie zum Beispiel ihre Telefonrechnung bei der Lotterie bezahlen wollen, oder neues Geld auf dem Konto ist und die Bank aus allen Nähten platzt. Nee der dörfliche Brasilianer ist gechillt. Er kann auch an seinem freien Tag mit seiner Familie schweigend auf der Veranda stundenlang ins Grüne schauen. Verblüffend! Ich kann das nicht. Wenn ich frei habe, dann ist mein Tag gut durch strukturiert und unterhaltsam. Aber ich kann dieses Verhalten nachvollziehen. Denn die Hitze raubt einem die Luft zum Atmen. Und selbst wenn ich jetzt Wege kenne, die aus meinem Dorf durch Wald und Feld verlaufen, kann ich sie bei der Hitze nicht gehen. Sie legt sich um meinen Hals wie ein zu dicker, eng geschnürter Schal. Ich weiß ja nicht, wie man da körperlich arbeiten kann. Vielleicht ist das deshalb, wie oft beobachtet so, dass einer arbeitet, während 3 ihm dabei zusehen. Außer die Feldarbeiter. Diese Leute haben es wirklich nicht leicht. Besonders die Bauern, die Tabak anbauen. Sie haben wirklich einen harten Job, da sie ständig Gift spritzen, dass für sie der Tod auf Raten ist, sie im Sommer ernten und die Tabakblätter unter ständiger Kontrolle trocknen müssen. Die Blätter kommen in ein Trockenhaus und dort hängen sie, bei brennendem Kamin, der alle 2 Stunden neu befüllt werden muss. Da packen auch die Kinder schon mit an, die so in ihre Zukünftige Aufgabe hinein wachsen. Schulbildung ist nicht so wichtig, und so können die Kinder auch Nachts auf das Feuer aufpassen. Meine Missionarin erklärt mir, dass sie die Erfahrung gemacht hat, dass Kinder zuerst niedlich, und dann nützlich sind. Förderung wird beim einfachen Volk auch deshalb nicht in Betracht gezogen, weil es nur 2 Entwicklungsstufen gibt. Baby, das nichts kann... Bis ca. 5 Jahre, dann muss das Kind aber alt genug sein, um die Dinge des Alltags zu beherrschen. Es herrscht hier und da der "Bischouglaube". Das heißt, wenn das Kind seinen Willen nicht bekommt und schreit, kann es Fieber bekommen und sterben. Erziehung ist hier also ganz anders als bei uns. Und trotzdem sind viele Kinder sehr brav und umgänglich. Viel wollen können die Kinder in den Dörfern sowieso nicht, weil die Leute einfach arm sind und auch das Angebot in den Geschäften nicht viel hergibt. Die Kinder spielen den ganzen Tag mit den Nachbarskindern in ihrer Straße oder lassen einen selbst gebastelten Drachen steigen. In den Städten gibt es allerdings mehr Auswahl! Und so musste ich einmal herzlich lachen als ich in einem Laden namens Amerikan Loja war. Während man sich in Deutschland Gedanken über süßigkeitenfreie Kassen macht, um den Willen der Kinder beziehungsweise die Nerven der Eltern nicht allzu sehr zu strapazieren, ist man in diesem Laden gezwungen durch ein Süßigkeitenlabyrint bis zur Kasse Schlange zu stehen. Zu witzig! Diesen ganzen Kram auf den wir bei unseren Kindern achten gibt es hier nicht. Kinder essen und trinken von Babyalter an extrem viel Süßes Zeug, Kaffee und Matetee. Sie tragen auch keine Schuhe mit Fussbett sondern Flippflopps oder andere Plastikschuhe. Sie haben kein pädagogisch wertvolles Spielmaterial sondern leicht zerstörbares Plastikzeug aus China. Die Auswahl bei den Lebensmitteln ist sehr überschaubar, weil man in Brasilien Lebensmittel nicht importiert. Man ist also recht schnell durch den Einkaufsladen. Danach hat man das dringende Bedürfnis sich die Hände zu waschen, weil das Gemisch aus Feuchtigkeit und Stau einen klebrigen Film auf allem hinterlässt. Gut dass es für dieses Problem überall so Seifenspender gibt, die ein Alkoholgel enthalten, dass die Hände reinigt ohne Wasser. Die Menschen sind hier sehr reinlich und halten die Deutschen für unhygienisch. Brasilianer achten sehr auf ihre Schuhe. Die sind immer super sauber, und das obwohl in den Dörfern viele Strassen nicht geteert und damit entweder staubig oder matschig sind. Sie tragen sehr gerne Turnschuhe... Weiße Turnschuhe... Die würden bei mir ja nicht lange weiß bleiben. Aber bei den Brasilianern leuchten sie immer. Ich bin also wirklich ein Schmuddelkind.

29 September 2010

Einfach Eindrücke....





Also, an einem Abend waren wir bei Jesus. Der steht hier im Ort, wie in Rio, auf einem Berg rum. Dann seht ihr noch einen Zitronenbaum aus dem Garten. Diese Zitronenart ist Orang und hat ein Aroma, wie Manderinen, aber ist eben schrecklich sauer. Dann zeige ich den Himmel hier, der heute einfach sehr sauer aussieht:)

Wen ich so mitgenommen habe...



Außer meiner Großmutter, Mutter und meinen Engsten Freunden habe ich Facebook und Skype mitgenommen, das mir hilft mit meinen Lieben in Kontakt zu bleiben.

My Home






Was ihr hier seht, sind Bilder von meinem Bett, meinem Zimmer, der Dusche (die im übrigen ein aus Holz gebauter Raum mit PVC verkleidet ist und die Warmes Waser durch eine Heizspirale im Duschkopf produziert), der Küche und der angrenzenden Kirche. Was ich nicht geschafft habe, ist manche Bilder zu drehen, was ich natürlich entschuldige....

Und so wird in Brasilien gegrillt:) mmmhhh....lecker

27 September 2010

Portugischisch lernen....



Die Sprache ist wirklich eine Herausforderung für mich. Ich kann mich nicht aufraffen sie zu lernen. Auch der tiefe Wunsch einigen Menschen mit einer simplen Unterhaltung zu dienen, bringt mich nicht dazu, etwas an meiner Faulheit zu ändern:o(

19 September 2010

Beim Spaziergang


Bilder

Ein Spaziergang in Brasilien

Ich habe mir einmal die Zeit genommen einen Spaziergang zu machen. Entfernt man sich aus dem Ort, begegnen einem immer seltener Häuser dafür sieht man mehr Landwirtschaft. Hügelige Weiden auf denen nur wenige Kühe weiden. Eingezäunt mit Stacheldraht und zwischendurch eine Scheune nahe am Haus. Überall Hunde und Fahrräder. Wenige Autos, keine Tracktoren. Oberhalb des Ortes hört man das Treiben der Menschen unten im Dorf, mit ihren lauten alten Autos, den unzähligen Hunden, Hähnen der Partymusik aus vielen Häusern. Man muss schon eine Weile gehen um der Geräuschkulisse zu entfliehen. Der Wald riecht sehr süß und ist unserem Wald sehr ähnlich. Nur die Palmen erinnern mich daran, dass ich nicht durch die Eifel spaziere. Mir fehlen Bänke zum verweilen. Ganz selten trifft man auf prachtvolle Blumen mit intensiven Farben, die man aus unseren Blumengeschäften kennt. Auf einem Baum entdecke ich einen wunderschönen Bienenstock. Die Landschaft ist weitläufig, eher viele Weideflächen und weniger Wald. Hügelig und ungeordnet sehe ich die Ferne und wünschte mir fliegen zu können um mehr von dem saftigen Grün aufnehmen zu können. Interessante Obstbäume säumen den Weg zurück ins Dorf. Eben saßen ein paar Mädchen und sammelten das Fallobst. Ich kann ohne Sorge auf der Strasse gehen und gleichzeitig schreiben, weil es hier wenig Autoverkehr gibt. Auf einem Hof wird eine Party gefeiert, die Kinder spielen unbeaufsichtigt draußen mit einem Ball, Steinen, Gras, und Kassettenband. Ihnen scheint nicht langweilig zu sein. Es wird kühler. Die Sonne geht schnell unter. Bereits um 19 Uhr ist es stockfinster und an vielen Abenden noch sehr kalt. Zurück auf der Landstrasse sehe ich Drachen über dem Ort stehen. Neben Fussball und reiten, eine der Beschäftigungen der Kinder hier. Am liebsten zwischen den Stromleitungen, erzählt die Missionarin lächelnd. Jaja... Andere Länder, andere Sitten.

08 September 2010

Gedanken zur Jüngerschaft

Jüngerschaft ist wie das Experiment mit der Lupe, die die Sonnenstrahlen bündelt und damit Hitze erzeugt.

Wir leben in einer Welt in der uns alles Möglich ist! Uns hat noch nie so viel Wissen zur Verfügung gestanden, noch nie so viele Berufsmöglichkeiten, Freizeitaktivitäten, Lebensmittelauswahl etc, etc.

Wenn wir nach der Bibel gehen, ist uns alles erlaubt…Aber: …nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen. 1Kor 6,12 Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. 1Kor 10,23

In der Jüngerschaft kann es also nicht darum gehen, was wir alles zu lassen haben. Es geht nicht darum, sich demütig allem zu entziehen, sich in eine Kutte zu stecken und sich das Zölibat aufzuerlegen. Worum geht es dann? Ist der Rahmen, den Gott uns gibt das Gesetz an das man sich halten muss um geliebt zu sein und in den Himmel zu kommen?

Nein, denn wir sind aus Gnade gerettet, und nicht, weil wir uns an das Gesetz halten! Warum also noch daran halten? Gottes Rahmen bündelt unsere Kraft. Es lässt uns Hitze erzeugen, die uns und andere zum brennen bringt. Paulus hat das erfahren. Er konnte brennen, und das ganz unabhängig von seinen Umständen. Phil 4,13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.

11 Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht.

12 Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden;



In unserer Jüngerschaftsschule kann man lernen, wie man diese Freiheit, die Paulus beschreibt, erlangt. Es ist nicht leicht. Nicht jeder schafft das, die Freiheit zu erlangen um sein Licht zu bündeln. Unser Prinzip ist einfach. In einer Welt, in der wie beschrieben, alles Möglich ist, stecken wir einen Rahmen. Angelehnt an den Rahmen, den Gott uns gegeben hat. Dieser Rahmen ist eng. Selbstbestimmte junge Leute kämpfen jeden Tag mit der Frage, ob sie sich dem beugen, oder weiter an ihrer Selbstbestimmtheit festhalten.

Wenn sie aushalten, kommen sie in die Position herauszufinden, was wirklich gut für sie ist. Oder können sehen, von was sie sich binden lassen, oder was ihnen Energie und Kapazitäten raubt. Wir meinen, seid Adam und Eva selbst bestimmen zu können, was gut oder schlecht für uns ist. Aber wir können es nicht! Das Gesetz überführt uns der Sünde. So wie der Rahmen der Jüngerschaftsschule uns zeigen kann, wo wir stehen. Wenn wir sehen, wo wir stehen, sehen wir, wo wir Energie verschwenden. Wenn wir die Freiheit haben, uns von solchen Dingen zu befreien, wird unser Licht gebündelt und wir erzeugen Hitze für den Herrn.

Hast du die Freiheit, dich begrenzen zu lassen? Wenn du brennen willst, dann bündel deine Kraft!